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“Die Odenwaldschule gefährdet die Aussöhnung mit den Opfern” – So lautet die Überschrift auf Zeit Online. Und das zeigen auch die bisherigen Kommentare dort auf der Seite. Unmut, Empörung und Enttäuschung machen sich breit. Zu Recht!

Genau heißt es dort in dem Artikel:

In der Vorweihnachtszeit ging die Nachricht weitgehend unter: 1.000 Euro pauschal sollen ehemalige Schüler der Odenwaldschule erhalten, die dort Opfer sexuellen Missbrauchs wurden. Im Einzelfall kann sich der Betrag auf bis zu 10.000 Euro erhöhen. Mehr aber soll es nicht geben, ganz gleich, wie viel der Einzelne über die Jahre und Jahrzehnte bereits in Therapien investiert hat. Wer Geld haben möchte, muss einen Antrag bei der schuleigenen Stiftung »Brücken bauen« stellen.

In dem zugehörigen Formular sind gerade einmal drei Zeilen Text vorgesehen für die Schilderung des erlittenen sexuellen Missbrauchs, dazu noch einmal drei Zeilen für die Folgen. Ob dem Stiftungsbeirat die unglückliche Symbolik bewusst ist? Oder ist der vorgesehene Platz nur logische Konsequenz dessen, was der Beirat auf der ersten Seite des Antrags formuliert: Man habe »Verständnis dafür, wenn Sie das Erlebte nur schwerlich in Worte fassen können«.

Nicht nur der niedrige Pauschalbetrag dürfte entwürdigend für die Opfer sein: Um überhaupt an das Geld zu kommen, müssen sie Anwälte, Organisationen oder Vereine, mit denen sie in Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Missbrauchs zu tun hatten, von der Schweigepflicht entbinden. Erneut sollen sich die Opfer entblößen. Und dann die kurze Frist, die den Betroffenen gesetzt wird: Bis Ende Juni 2012 haben sie Zeit, den Antrag einzureichen. Wer später kommt, hat Pech.

Dabei war eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Missbrauchsskandal von 2010, dass Opfer mitunter Jahrzehnte brauchen, bis sie über das Erlittene sprechen können. Manchem gelingt es nie.

Die Verantwortlichen von Schule und Stiftung wissen das auch. So aber zermürbt die Odenwaldschule die Opfer, die sie selbst hervorgebracht hat.

Quelle: www.zeit.de

Es ist wahrlich frustrierend zu lesen, was aus und mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs gemacht wird. Oder?

Haltet Ihr die Entschädigungszahlung für ausreichend?

Was meint Ihr, “lohnt” es sich überhaupt einen solchen Antrag zu stellen um letztlich wieder “entblößt” zu werden?

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5 Kommentare auf “1.000 Euro pauschal für Opfer der Odenwaldschule”

  1. Pu sagt:

    Das ist ne Frechheit. Ich meine, letztendlich können sie die Opfer auch nicht mit 1 Millionen entschädigen. Anerkennung dessen, was war, wäre auch mit 1 Euro getan. Aber genau diese Anerkennung ist nicht da, wenn die Schweigepflichtsentbindung und eine Frist gefordert wird. Die sind doch nur wirklich nicht in der Position, Forderungen zu stellen! Und möglichen Tätern und Unprofessionellen gibt man doch nicht seine Lebensgeschichte Preis! Wenn ein professioneller Gutachter das bestätigt, sollte das ja wohl reichen- und zwar ohne dass die an Informationen kommen. Wozu gibts eigentlich diese Schweigepflicht, wenn man dauernd davon entbinden muss? Wenns ne Entbindung einem Amt gegenüber ist, hat dieses wenigstens auch Schweigepflicht- aber eine SChule??? Nein, das ist unerhört!

    Ich würde das auf keinen Fall annehmen. Beschweren und Klagen. Ihr seid in der Position, Forderungen zu stellen und nicht die! Und ich fürchte, wenn man das akzeptiert, was die fordern, ist das damit “abgegolten” (wie etwa bei nem juristischen Vergleich) und dann kann man nicht nochmal mit Ansprüchen kommen. Ich fürchte, die Frist ist auch da, damit sich die Opfer nicht juristisch erkundigen können.

    Ich würde es begrüßen, wenn der Verein diesbezüglich juristischen Rat einholt, was so eine Anforderung bedeuten würde. Und ob man WIederspruch einlegen muss, wenn man das nicht annehmen will, aber sich den Weg für spätere Ansprüche offen halten möchte. Nicht, dass diese dann wegen Nichtreagieren nicht mehr bestehen…

    LG,
    Pu

  2. MarkusG sagt:

    Wer das Buch “Wie laut soll ich denn noch schreien” vom Opfer Jürgen Dehmers gelesen hat erstaunt nichts mehr. Das “System” OSO scheint nichts gelernt zu haben.

    Die Opfer können noch so laut schreien, wenn sich die Täter und Verantwortlichen die Ohren zu halten nützt das leider nichts.

  3. Sabine sagt:

    Möchte mich hier absolut Pu anschließen,

    außerdem kann ich das nicht als Entschädigungszahlung ansehen, krass betrachtet setzt solche Handlungsweise noch eins obenauf…aus Opfern werden Prostituierte gemacht, sie kämen damit so günstig davon wenn man bedenkt was ein Bordellaufenthalt kostet….nur Kinderprostitution ist doch verboten – oder etwa nicht?
    *sarkastisch gemeint*

  4. Rohrbarch sagt:

    In Europa zahlen sie 1000 Euro für die Opfer von sexuellem Missbrauch. In Brasilien tun sie nichts. Von unfair!

  5. Pu sagt:

    HI Rohrbach,

    natürlich ist das unfair- von den Tätern und deren Organisationen. Überlebende stehen doch in keiner Konkurrenz zueinander. Beides ist unfair. Und viele hiern in Deutschland, die durch andere missbraucht wurden, haben nie einen Cent gesehen.

    Pu

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