Gut das es soziale Netzwerke gibt. Dadurch bin ich auf die Fernsehtipps zur Themenwoche sexueller Missbrauch im 3sat gestoßen. Ein interessantes und wichtiges Thema.
Das Fernsehprogramm dazu im Überblick:
Sonntag, 04. September 2011, 21:45 – 23:05 Uhr
Wenn einer stirbt, geh’ ich nach Paris
Autor Jan Schmitt versucht zu ergründen, warum sich seine Mutter 1996 das Leben genommen hat. Anhand von Briefen und Tagebüchern sowie Gesprächen mit Verwandten und Freunden entdeckt er, dass seine Mutter in ihrer Kindheit und Jugend wiederholt missbraucht wurde. Ein Trauma, das so schmerzhaft war, dass sie letztlich daran gescheitert ist.
Sonntag, 4. September 2011, 23:05 Uhr – 00:30 Uhr
Der Dämon in mir – The Woodsmen
Wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer hohen Haftstrafe verurteilt, wird Walter nach zwölf Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Als er sich mit einem kleinen Mädchen aus der Nachbarschaft anfreundet, droht die Situation außer Kontrolle zu geraten. Nicole Kassell gelingt es in ihrem Kinodebüt meisterhaft, sich in die Psyche eines Triebtäters einzufühlen.
Dienstag, 06. September 2011, 20:15 Uhr – 21:40 Uhr
Und wir sind nicht die Einzigen
Die Odenwaldschule galt als eine der angesehensten Internatsschulen Deutschlands und der Reformpädagogik, bis 2010 Berichte über massiven sexuellen Missbrauch bekannt wurden, die die Öffentlichkeit schockierte. Regisseur Christoph Röhl versucht in seinem Film, nicht nur den Ursachen des Missbrauchs auf den Grund zu gehen, sondern er beschäftigt sich auch mit dem “Schweigen” auf allen Seiten.
Mittwoch, 07. September 2011, 21:00 Uhr – 22:00 Uhr
Holy Watergate – Die Geschichte eines verschleppten Skandals
Die Nachrichten über Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche reißen nicht ab. Jahrzehntelang haben katholische Geistliche in den USA Kinder missbraucht, genauso lange haben viele Vorgesetzte weggeschaut. In dem Beitrag outet sich ein pädophiler Priester, der seinem unheilvollen Wirken selbst ein Ende gesetzt hat.
Mittwoch, 07. September 2011, 22:55 Uhr – 00:35 Uhr
Locker beginnende Coming-of-Age-Story, die sich bald als Geschichte der bewussten Manipulation eines desorientierten Jugendlichen erweist. Freunde seiner Mutter, die fast doppelt so alt sind wie er, geben Jonas nicht nur schulische Tipps, sondern auch Sexempfehlungen – mit direktem Anschauungsunterricht. – Subtil inszenierter Film über das Überschreiten von Grenzen.
Mittwoch, 07. September 2011, 00:35 Uhr – 01:45 Uhr
Zuletzt befreit mich doch der Tod
Kay-Gwendolin beging im Alter von 25 Jahren, nach jahrelangen Therapieversuchen, Selbstmord. Tagebuch-Aufzeichnungen der jungen Frau und Berichte der Hinterbliebenen erzählen von einer von Missbrauch und Gewalt gezeichneten Kindheit.- Mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm von Beate Middeke.
Mittwoch, 07. September 2011, 01:45 Uhr – 02:55 Uhr
Filmautorin Maria Arlamovsky hat fünf Frauen und einen Mann getroffen, die mit ihr in langen Gesprächen über ihr Leben heute reden – viele Jahre, Jahrzehnte, nachdem sie sexuell missbraucht wurden. Interessiert hat sie vor allem, wie die Betroffenen es geschafft haben, zu ihrer Wahrheit zu stehen und ihr Leben trotz der starken Verletzung wieder in den Griff zu bekommen.
Donnerstag, 08. September 2011, 20:15 Uhr – 21:00 Uhr
Die Heimkinder – Geschlagen und vergessen?
Die Bedingungen für Heimkinder in den 1950er und 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland waren teilweise katastrophal. Zwölf Jahre lang erfuhr Wolfgang Focke mehrfach Missbrauch in verschiedenen Heimen, vor allem durch einen Heimleiter. Heute, mit über 60 Jahren, will er endlich Entschädigung für diese Zeit.
Donnerstag, 08. September 2011, 21:00 Uhr – 22:00 Uhr
2010 melden sich immer mehr Menschen zu Wort und berichten darüber, wie sie als Kind Opfer von sexueller Gewalt wurden. Dabei tun sich Abgründe systematischen Missbrauchs auf. Die Sendung fragt nach den Mechanismen, die zum Tragen kommen, wenn solche Systeme von Missbrauch entstehen.
Gäste: Christine Bergmann, Unabhängige Beauftragte zur Aufklärung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kathrin Radke, Betroffene (Augen Auf e.V.), Michael Osterheider, Forensischer Psychiater
Donnerstag, 08. September 2011, 22:25 Uhr – 23:10 Uhr
Ein Kind verschwindet – der Fall Pascal
Im September 2001 verschwindet in Saarbrücken der fünfjährige Pascal Zimmer. Trotz intensiver Suche wird der Junge nicht gefunden. Eine Spur führt in die Tosaklause, in der Grauenvolles geschehen sein soll. Trotz vieler Geständnisse wurden nach einem Mammutprozess alle Angeklagten freigesprochen. – Vom Vermächtnis des Kindes Pascal und einem ungelösten Fall, der in tiefe menschliche Abgründe führt.
Donnerstag, 08. September 2011, 23:10 Uhr – 00:50 Uhr
Mysterious Skin – Unter die Haut
Nach dem Roman von Scott Heim, gelang Regisseur Gregg Araki ein ebenso packendes wie eigenwilliges und kunstvolles Sozialdrama, das sensibel die Verdrängung der Missbrauchserfahrung eines jungen Mannes in Szene setzt.
Freitag, 09. September 2011, 20:15 Uhr – 21:00 Uhr
Tatort Familie
Nirgendwo lebt eine Frau gefährlicher als in ihren eigenen vier Wänden. Fast jeden Tag wird eine Frau in Deutschland von ihrem aktuellen oder früheren Partner getötet. Zahlreiche Frauen erleiden körperliche und sexuelle Gewalt innerhalb von Familien- und Paarbeziehungen. Ein Problem, das sich durch sämtliche Gesellschaftsschichten zieht.
Sonnabend, 10. September 2011, 20:15 Uhr – 21:10 Uhr
Schockiert von einem Inzestversuch an seinem eigenen Sohn will Martin sich und seinem Sohn das Leben nehmen. Vor dem geplanten Suizid sucht er Rat im Beichtstuhl und gerät ausgerechnet an den Priester, der ihn als Internatszögling selbst missbraucht hatte. Das Opfer ist zum Täter geworden. Bühnenstück von Michael Gampe.
@gegenmissbrauch folgen
Vielen Dank für den Hinweis und den guten Überblick. Ich hoffe, dass es sich viele Menschen ansehen und es sie auch erreicht.
Danke dir nochmal,
liebe Grüße, Katja
Was ich mal interessant fände, ob und warum (oder auch warum nicht) Personen sich diese Themenwoche anschauen, ob sie Erwartungen daran haben und darüber hinaus, was sie über solche Präsenz in den Medien denken?
Ich möchte mich auch für diese tolle Übersicht bedanken,
ich glaube ich hätte diese Themen im Fernsehprogramm so gar nicht richtig wahr genommen..dankeschön!
Ich denke, es werden Personen ansehen, die mehr oder weniger mit dieser Thematik zu tun haben..vielleicht noch welche, die zufällig den Sender einschalten und dran “hängenbleiben”..aber es wird auch wieder viele geben, die sich das nicht ansehen möchten, einfach weil sie ihren Schein der “heilen Welt” aufrecht erhalten wollen. Viele möchten/können sich damit nicht auseinandersetzen ( ich kenne das aus meinem eigenen Familienkreis : ” Oh nein, das will ich gar nicht hören, bzw. sehen” Augen zu, Ohren zu, und weg damit…weil zu schlimm..es ist auch einfacher und angenehmer sich nur mit den schönen Dingen zu beschäftigen..so mal denke..
Liebe Grüße
Sabine
Ich glaube, diese Thematik sollte alle Menschen interessieren, die Kinder haben.
Außerdem schärft eine solche Präsenz die Sinne und dient der Aufklärung. Vielleicht
erhalten die Betroffenen weitere Bewältigungsstrategien. Auch ich bedanke mich
an dieser Stelle für die tolle Übersicht. Viele meinen, dass “alles” ist ja schon so
lange her und gar nicht mehr wichtig; jetzt ist eine andere Zeit.
Liebe Grüße
Angelika
Hallo. Es ist sehr traurig, das es überhaupt so viele gehirnlose Menschen gibt. Da niemand die Augen auf macht, habe ich einfach nur Wut und Hass in mir. Wie alle Pedophile frei rumlaufen, an Kinderspielpätzen, in Parks, neben Schulen, überall ! Ich bin eine erwachsene Frau, aber selbst ich habe Angst an solchen Stellen allein tagsüber zu laufen, man schaut diese kranken Menschen an und glaubt nicht, das die so einen Mut haben sich nicht zu verstecken und machen alles mögliche tagsüber, wo 9- oder 10-jährige Kinder ohne Eltern mit dem Fahrrad fahren. Es ist übel sowas zu erleben. Ich war geschockt …. und bis jetzt ehrlich zu sagen auch ! Es werden 300.000 missbrauchte Kindern jährlich in Deutschland bestätigt !!! IST DAS ALLES ZU WENIG ???? WISO REAGIERT KEINER DARAUF ????? Ich bin der Meinung, das es in ganz Deutschland an Stellen wie Spielplätzen und anderen Orten, wo viele Kinder spielen, Bewachung bzw. Überwachung geben muss. Und die Strafen für diese kranken Pedophilen müssen drastischer sein, so wie in anderen Länder, z.B. die Todesstrafe oder Kastration und für immer in den Knast. Dann wird sich nicht jeder trauen, an unsere Kinder ranzugehen. Und an alle Eltern möchte ich nur eins sagen: Sie sollten mehr auf die eigenen Kinder aufpassen und wissen wo die spielen und nicht nur hoffen, das dass mit meinem Kind nicht passiert. Versteht Ihr eins, überall wo Kinder sind, können auch diese kranken Menschen sein ………
3sat hat aber nicht alle der angekündigten Sendungen gezeigt. Am Donnerstag fehlte einiges und heute, am Sonntag, kommt “Die Beichte” auch nicht.
Einiges fand ich ja ok, aber den Film “Privatunterricht” fand ich voll daneben. Die Reportagen waren aber gut.
Ach kein Wunder, da steht ja auch Sonnabend und nicht Sonntag- lesen müsste ma n können
)