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Die Verhandlung gegen einen des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener angeklagten Lehrer des Evangelisch-Stiftischen Gymnasiums in Gütersloh endete vor dem Jugendschöffengericht am Dienstag nach nicht einmal einer Stunde mit der vorläufigen Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße von 2.500 Euro. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe eingeräumt.

Demnach war der Pädagoge während eines Gesprächs mit einer Schülerin dieser körperlich zu nahe gekommen, hatte die damals 16-Jährige an Oberschenkel und Oberkörper unziemlich berührt. Bei der Unterhaltung im Elternsprechzimmer am 1. September 2010 ging es darum, dass die Gymnasiastin zu Schuljahresbeginn aus einem von dem Lehrer betreuten Leistungskurs in einen anderen wechseln wollte. Erst nach zehn bis 15 Minuten, mit dem Ertönen der Pausenklingel, soll der Mann von dem Mädchen abgelassen haben.

Die vorläufige Einstellung des Verfahrens wurde auch von Staatsanwalt und Nebenklagevertreterin akzeptiert. Wenn der Gütersloher binnen vier Monaten 2.500 Euro an die Bielefelder “Ärztliche Beratungsstelle bei Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern” zahlt, ist für ihn die Angelegenheit strafrechtlich beendet. Er gelte dann auch nicht als vorbestraft, so der Vorsitzende. Zu etwaigen disziplinarrechtlichen Folgen könne er nichts sagen.

Quelle: www.nw-news.de

 

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4 Kommentare auf “Lehrer gibt sexuellen Missbrauch zu”

  1. Mandy sagt:

    Da auch gerade das Thema “Führungszeugnisse” in aller Munde ist:
    Da der Pädagoge diesen “Vergleich” eingeht, wird der Missbrauch nicht aktenkundig. Das heißt: er behält seine weiße Weste.

    Was soll man sich darunter vorstellen, wenn es heißt “disziplinarrechtliche Folgen”?
    Erhält der Lehrer ein Berufsverbot? Wird er “nur” straversetzt an eine andere Schule und der Vorfall bleibt verschlossen in den Akten?

  2. Katja sagt:

    Hallo,
    ich bin gerade ziemlich schockiert das zu lesen. Es ist einfach nicht fair, dass Täter so einfach “davon kommen” und er in diesem Fall vielleicht sogar noch weiter als Pädagoge arbeiten darf.
    Aber was für mich völlig unverständlich ist, warum gilt er nicht als vorbestraft? Und warum wird er nicht als Sexualstraftäter registriert, wenn er die Tat doch gestanden hat? Wie kann das nur sein?

    Ich kann nur den Kopf schütteln, ich verstehe es einfach nicht.

    Liebe Grüße, Katja

  3. Mandy sagt:

    Im Westfalen-Blatt ist es sehr treffend geschrieben:

    “Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte Lehrer des Evangelisch-Stiftischen Gymnasiums ist auf ein Vergleichsangebot des Amtsgerichtes Gütersloh eingegangen. Er legte ein Geständnis ab und kommt mit einer geringen Geldbuße davon. Der Lehrer ist damit nicht verurteilt worden, es wird keine Haftstrafe geben und keinen Eintrag ins Führungszeugnis. Der 17 Jahre alten Schülerin, deren Vorwürfe zu dem Verfahren geführt hatten, blieb damit eine Aussage vor Gericht erspart. Dem Lehrer drohen nun allerdings disziplinarrechtliche Konsequenzen. Er muss mit einer Entlassung aus seinem Dienst am ESG rechnen.”
    http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2011-07-05-lehrer-geht-auf-vergleichsangebot-ein/

  4. Pu sagt:

    Disziplinarrechtliche Folgen kann alles heißen. Erstmal heißt es aber, dass es nicht Aufgabe des Gesetzgebers ist, hier zu intervenieren. Sondern dass es Aufgabe der Schule und der übergeordneten Schulbehörde bleibt, was sie ihm aufbrummen. Und dass es dann heißen wird, dass er aus dem Dienst entfernt wird, bezweifle ich. War da vor nicht allzulanger Zeit erst ein Pädagoge in den Medien, der Missbrauch auch vollzogen hat und dann verlohr er nicht seinen Job, sondern wurde nur in die Schulverwaltung versetzt? Mit der Begründung, er hätte ja von sich aus schon die Konsequenzen gezogen und um diese Versetzung gebeten- ja hallo, wo ist sowas freiwillig, wenn die Alternative Knast und Berufsverbot heißen müsste und derjenige erst überführt werden musste? Ich mach mal ne Vorhersage, was mit dem Lehrer hier passieren wird: Entweder gar nichts oder er kommt an eine andere Schule (natürlich um ihn zu schützen vor verärgerten Eltern). Oder er kriegt ein paar Monate weniger Gehalt—ist ja auch eine disziplinarische Maßnahme, auch wenn sie keinem einzigen Kind hilft.

    Zum Führungszeugnis: Ich finde es gut, dass in einigen Bereichen nun Führungszeugnisse verlangt werden. Es müsste allerdings in ALLEN Bereichen verlangt werden, wo Menschen mit Kindern alleine sind. Auch in Sportvereinen und Jugendherbergen und bei ehrenamtlichen Trainings usw.
    Natürlich sagt eine weiße Weste nicht, dass er nichts getan hat- das sieht man ja hier. Das heißt aber doch nicht, dass der Weg falsch ist, der Schritt ist nur viel zu klein. Haben wir im Verein nicht ein Mitglied, wo der Täter des Kindes noch mit Kindern und Jugendlichen ehrenamtlich arbeitet TROTZ Verurteilung? So einer könnte damit ja schonmal aussortiert werden. Wäre ja ein Anfang.
    Darüber hinaus müsste Kindesmissbrauch aber endlich ein Verbrechen werden, damit eben nicht mehr möglich ist, dass über Vergleiche und Geldstrafen ein Eintrag ins Führungszeugnis vermieden wird. JEDER Übergriff auf Kinder gehört ins Führungszeugnis- auch solche wie oben beschrieben. Und da brauchts ein Gesetz für. Und dann müsste außerdem in jedem Bereich wo Leute mit Kindern alleine sind, Führungszeugnisse verlangt werden- zwingend, nicht wahlweise.

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