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Was erwartet Ihr als Betroffene vom Staat?

Was erwartet Ihr als Angehörige / Partner vom Staat?

Was erwartet Ihr nicht damit in Berührung stehenden von Betroffenen / Angehörigen / sich des Themas Annehmenden?

 

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4 Kommentare auf “Zur Diksussion gestellt”

  1. Pu sagt:

    Ich erwarte, dass das Strafgesetz so verändert wird, dass es nicht mehr passiert, dass Missbrauch mit einer Bewährungsstrafe oder gar nur einer Versetzung an eine andere Stelle bestraft wird. Es gibt keinen geringwertigen Missbrauch. Vor allem werden diese Straftaten ja auch bei wirklich jahrelangem Missbrauch mit Bewährung verhängt- wie kann man bei jahrelangem MIssbrauch von der ersten Straffälligkeit sprechen? Es ist lediglich nur einmal angezeigt worden, aber hat mehrfach stattgefunden (siehe Interview mit Sasita und Ingo)

    Ich erwarte, dass jedes Nichtmelden von Verdacht auf Kindeswohlgefährdung (auch ohne dass man weiß, welche Form vorliegt) von professionelle Stellen wie Jugendamt, Ärzte oder Lehrer dafür wegen Pflichtverletzung Konsequenzen hat – ihnen lediglich zu erlauben, ihre Schweigepflicht zu brechen, genügt nicht. Es muss eine Pflicht her, deren Verletzung bestraft wird.

    Ich erwarte, dass das erweiterte Führungszeugnis für jede Stelle Pflicht wird, an der mit Kindern unbeaufsichtigt gearbeitet wird. Auch für Sportvereine und Schullandheime. Nicht freiwillig.

    Ich erwarte, dass es nie wieder eine Therapiepause geben wird aufgrund von pauschal festgelegten Durchschnittszeiten. Sondern das alleine der tatsächliche vom Arzt festgestellte Bedarf die Länge der Therapie bestimmt.

    Ich erwarte, dass es in jeder Schulklasse eine 2. sozialpädagogische Kraft gibt mit umfassender Ausbildung in Kindswohlgefährdung und Psychologie.

    Ich erwarte, dass das Thema Kindswohlgefährdung Pflichtthema der Ausbildung von Lehrern und Kindergärtner wird und genau wie der Erste-Hilfe-Schein regelmäßig aufgefrischt werden muss.

  2. Katja sagt:

    Pu, ich stimme dir in jedem Punkt zu. Vielen Dank für deine Worte!
    Liebe Grüße, Katja

  3. hexchen sagt:

    Ich erwarte, dass die schönen Papiere und Konzepte umgesetzt werden und die Umsetzung auch kontrolliert wird – nicht nur durch Berichte der Institutionen, sondern auch durch Rückfragen bei Opferverbänden.
    Ich erwarte, dass auch das Leid der betroffenen Familien endlich anerkannt wird und die Familien – die Eltern und Geschwister – angemessen unterstützt werden.
    Ich erwarte, dass der Staat dafür sorgt, dass kein Richter, keine Staatsanwalt, kein Polizeibeamter am gerichtlichen Verfahren beteiligt werde darf, der sich zu dieser Thematik nicht nachweislich kontinuierlich weitergebildet hat.
    Ich erwarte, dass die Opfer, besonders die Kinder, SOFORT psychologische Hilfe bekommen und nicht, um nicht den Prozess zu gefährde, warten müssen, bis das Verfahren beendet ist.
    Ich erwarte unbürokratische Hilfe, auch finanzieller Art für die Opfer und deren Familien.
    Ich erwarte dass endlich der einzelne Mensch in den Fokus der Helfer gerät und nicht weiter versucht wird, den Menschen zum jeweiligen Konzept passend zu machen.
    Ich erwarte, dass endlich auch Hilfen für 17, 18-jährige kommen, die nicht mit Erreichen der Volljährigkeit in andere Zuständigkeiten wechseln, sonder Kontinuität für das Opfer bedeuten.
    Ich erwarte, dass endlich mit den Eltern, die nicht Täter sind, als mittelbare Opfer geredet wird – und zwar ohne ständige Schuldzuweisung.
    Ich erwarte, dass die Politik dafür sorgt, dass Traumatherapie endlich eine anerkannte Therapieform wird.
    Ich erwarte, dass auch Therapeuten – ähnlich wie Ärzte – bei krassen Fehlern in die Haftung genommen werden können und damit auch bei zu häufigen Fehlleistungen die Kassenzulassung verlieren.
    Ich erwarte, dass die weite Schere zwischen Konzept und Realität in vielen Kliniken gesehen wird und Patienten dieser nicht mehr hilflos ausgeliefert sind.
    Ich erwarte, dass die Menschenrechte der Opfer mindestens ebenso sehr respektiert werden, wie die der Täter.
    Ich erwarte, dass die Strafen endlich Tat- und Schuldangemessen werden und es endlich aufhört, dass der Diebstahl von Geld höher bestraft wird, als der Seelenmord an einem Kind.
    Ich erwarte, dass jede pädagogische Kraft, jeder, der beruflich mit diesem Thema zu tun hat, zur themenbezogenen Weiterbildung verpflichtet wird – und zwar kontinuierlich, nicht als einmalige Veranstaltung.
    Meine Aufzählug ist nicht abschließend…… zufrieden wäre ich schon mit kleinen Erwartungserfüllungen….

  4. Sabine sagt:

    Es ist oftmals so das Familien – sobald sie merken das Außenstehende ( Schulen, Einrichtungen, Privatpersonen ) auf Missfälle aufmerksam werden – einfach ihren Wohnort wechseln.
    Ich erwarte vom Staat, dass die Jugendämter dazu verpflichtet werden, auffällige Familien und Informationen über diese an ” neue zuständige Jugendämter ” weiterzugeben.

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