Verein für Betroffene, Partner und Gegner von sexuellem Kindesmissbrauch

Verein für Betroffene, Partner und Gegner von sexuellem Kindesmissbrauch

2.09.10 16:59
Deutschland

Sexuelle Übergriffe an
Kindern in Deutschland bis jetzt :
176189
 Die Familien


Weit über die Hälfte der Missbrauchsfälle kommt in den Familien vor. 90% finden vor dem 12. Lebensjahr statt und beginnen vermutlich meistens, wenn das Kind zwischen 6 und 8 Jahre alt ist und dauert 3-5 Jahre. Genaue Angaben sind zum Einen schwierig, weil das strukturierte Erinnerungsvermögen erst ab etwa dem 6. Lebensjahr einsetzt und zum anderen die Übergriffe meistens schleichend einsetzen und ein alltägliches Erleben des Kindes darstellen.

Für Missbrauch in Familien (Inzest) gibt es keine typische Familie, er kommt in allen sozialen Schichten und Berufsgruppen vor. Doch manche Familien weisen von vornherein Verhaltensweisen und Umstände auf, die eine ungünstige Entwicklung für Kinder zur Folge haben können.

Familien, die gefährdet sind,

  • weisen eine große "Privatsphäre" auf, in die sie niemanden hineinsehen lassen.
  • neigen zur sozialen Isolation und genügen sich selbst.
  • verwenden viel Kraft darauf, nach Außen hin als normal und intakt zu erscheinen.
  • zeichnen sich durch starke Loyalität und Abhängigkeit untereinander und sehr starken Rollenzuweisungen und festen internen Regeln aus.
  • haben eine Rollen- und Aufgabenverdrehung: Erwachsene nehmen kindliche Rollen und Verhaltensweisen ein, wohingegen die Kinder zu Pseudo-Erwachsenen werden.

Diese Familien brauchen fachliche Hilfe, um zu einer gesunden Familienatmosphäre zu kommen.

Mütter nehmen im Inzestgeschehen eine besondere Rolle ein. Manche Forscher meinen, dass Mütter bewusst oder unbewusst über den Missbrauch bescheid wissen und das Kind durch ihre Haltung in die Rolle der Ehefrau hineindrängen, um sich selbst aus der Partnerbeziehung und den Verpflichtungen zu lösen. Andere meinen, dass es für Mütter ein Schock ist, vom Missbrauch zu erfahren und die wenigsten es geahnt oder vermutet hätten. In vielen Fällen ist die Mutter nicht in der Lage, ihr Kind vor einem Missbrauch zu schützen oder eine Beziehung zum Kind aufzubauen, in der das Kind mit allem, was es beschäftigt oder bedrückt, zu ihr kommen und Hilfe finden kann. In dem Fall werden auch Mütter an ihren Kindern schuldig.

Wenn der Missbrauch zur Sprache kommt, stellen Mütter sich oft auf die Seite des Täters. Meistens weil sie wirtschaftlich und persönlich von ihm abhängig sind. Häufig wechseln daraufhin auch die Rollen, so dass die Mutter bei dem Kind Trost sucht und das Kind der starke, haltgebende Partner in der Beziehung wird.
 




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