Therapie

Eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen einer Therapie ist eine gute Beziehung zwischen PatientIn und TherapeutIn Die „Chemie“ muss stimmen, die Beziehung muss vertrauensvoll sein, so dass die/der PatientIn sich öffnen kann.

Sollte bei dem Erstkontakt zu einer/m TherapeutIn sofort ein ungutes zweifelndes Gefühl entstehen, ist es angebracht, diesem Gefühl zu trauen und sich besser gleich auf die Suche nach einem/r anderen TherapeutIn zu machen.

Das traumatisierende Ereignis sollte in der Vergangenheit liegen. Befinden sich die Betroffenen noch in der auslösenden Situation (z.B. weiterhin enger Kontakt zum Täter), kann dies die Verarbeitung stark beeinträchtigen.

Die Betroffenen sollten in der Lage sein ihre Gefühle zu regulieren und Anspannungen abzubauen.

Bei der überwiegenden Anzahl der Betroffenen kann die Therapie ambulant durchgeführt werden.

Es gibt die unterschiedlichsten Therapieformen zur Behandlung eines Traumas. Je nach Ausprägung können entsprechende Verfahren gewählt werden.

Die häufigste ist die kognitive Verhaltenstherapie, die für die Behandlung von PTBS-Betroffenen weiterentwickelt wurde. Im Verlaufe dieser Therapie sollen die Betroffenen sich in einem geschützten Raum an das Trauma zurück erinnern und lernen, die vergangenen Ereignisse in ihre Lebensgeschichte zu integrieren/einzuordnen.

Eine sehr erfolgreiche Technik im Rahmen der Verhaltenstherapie ist das Eye Movement Desensitization and Reprocessing, kurz EMDR genannt. Diese Behandlungsform wurde speziell für die Behandlung traumatisierter Menschen entwickelt.

Auch hierbei werden die Patienten in einem geschützten Raum an das traumatisierende Ereignis herangeführt. Während sich der Patient emotional in dem traumatisierenden Erlebnis befindet, bewegt der Therapeut seine Hand von rechts nach links und veranlasst die Patienten die Bewegungen mit den Augen zu verfolgen.

Diese Augenbewegungen bewirken eine Desensibilisierung, d.h. die Intensität der schrecklichen Gefühle lässt nach oder diese verschwinden völlig.

Warum das hilft ist bislang noch nicht nachgewiesen, aber die Wirksamkeit von EMDR wurde in einer Reihe von Studien belegt.

Des Weiteren gibt es die Techniken psychodynamische Verfahren z.B. die psychodynamische imaginative Traumatherapie von Luise Reddemann oder die mehrdimensionale Traumatherapie von Fischer u. Riedesser, die speziell für die Behandlung von Trauma bzw. PTBS entwickelt wurden.

Natürlich können auch Psychopharmaka eingesetzt werden. Diese sollten jedoch nur begleitend zu einer Verhaltenstherapie und nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden.

Die alleinige Einnahme von Medikamenten zur Behandlung eines Traumas ist nicht sinnvoll und es ist davon abzuraten. Auch wenn es durchaus verführerisch erscheint einfach Pillen zu nehmen, und alles ist gut. Leider, leider funktioniert das nicht. 


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