Sexuelle Gewalt gegen Kinder - wo bleibt die Hilfe?

Doku vom NDR, als Bilanz was nach 10 Jahren Runder Tisch "passiert" ist. U.a. mit unserem 1. Vorsitzenden Ingo Fock

Vor zehn Jahren versprach die Bundesregierung einen besseren Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt. Sie reagierte damit auf das Versagen von Staat und Kirche, das durch die Missbrauchsskandale an Schulen und Kirchen offensichtlich wurde. Die Politik wollte mehr tun, für die Betroffenen und gegen die Täter.

Doch die jüngsten Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) zeigen, dass in der Corona-Krise sexualisierte Gewalt gegen Kinder deutlich zugenommen hat.

Runder Tisch der Bundesregierung

Im Jahr 2010 hatten die Missbrauchsskandale unter anderem an der Odenwaldschule und dem Canisius-Kolleg eine breite öffentliche Debatte entfacht. Viele Menschen setzten daraufhin große Hoffnungen in den von der Bundesregierung eingesetzten Runden Tisch. Die Politik hatte damals mit Fachleuten Vorschläge erarbeitet, wie Betroffene schnell und unbürokratisch an Therapieplätze kommen, wie das rückständige Opferentschädigungsgesetz reformiert werden und die Ausbildung von Therapeuten, Medizinern und Pädagogen verbessert werden sollten.

Autor Sebastian Bellwinkel hat seitdem immer wieder über das Thema berichtet und Versäumnisse aufgedeckt. Für seine aktuelle "45 Min"-Dokumentation trifft er Betroffene und Experten aus früheren Filmen wieder, um mit ihnen Bilanz zu ziehen und zeichnet anhand ihrer Erlebnisse die Gesamtentwicklung nach. Was hat sich verändert, wo muss die neue Bundesregierung dringend handeln?

Fehlende Therapieplätze

Der Befund ist ernüchternd: So ist zugesagte Hilfe für Betroffene mit Therapiebedarf oft noch immer in weiter Ferne. Zu wenig fachlich geeignete Therapeuten, endlose Wartelisten und Auseinandersetzungen mit Krankenkassen und Versorgungsämtern zermürben Menschen in seelischer Not. "Wir lassen sie immer wieder vor die Wand laufen", sagt die Psychologin Julia von Weiler über die Situation Tausender Betroffener. Wie wichtig schnelle Hilfe wäre, zeigt der Fall von Svenja. Sie hat nach den von ihrem Stiefvater begangenen Taten mit Glück über den Hamburger Verein Dunkelziffer umgehend eine Therapeutin gefunden und berichtet nun darüber, dass sie ihr Trauma überwinden konnte..

Die ganze Dokumentation kann hier gesehen werden: Link zum NDR

Quelle: NDR


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