Vorstellung Missbrauchsgutachten Erzbistum Köln

Der Kölner Strafrechtler Björn Gercke und seine Kollegin, Rechtanwältin Kerstin Stirner, stellen das neue Gutachten zum Missbrauch in der Katholischen Kirche vor.

Strafrechtler Björn Gercke hat sein Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs vorgestellt. Hinweise auf 202 Beschuldigte, darunter Pflichtverletzungen des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße und des verstorbenen Kardinals Joachim Meisner, hält er fest. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wird hingegen entlastet.

Der Strafrechtler Björn Gercke hat in seinem Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs Hinweise auf 202 Beschuldigte festgestellt. Das sagte er bei der Vorstellung der 800 Seiten starken Untersuchung am Donnerstag in Köln. Es gehe um das erste Gutachten dieser Art, in dem ungeschwärzt auch die Namen von Verantwortlichen genannt würden, sagte Gercke. Zusammen mit seinem Team hat er in den vergangenen Monaten die Kirchenakten von 1975 bis 2018 ausgewertet. Die Auswertung habe unter anderem ergeben, „dass sich Jahrzehnte offenbar niemand getraut hat, solche Fälle zur Anzeige zu bringen“, kritisierte Gercke.

Gercke warf dem heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße elf Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln vor. Beim Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sehen Gercke und sein Team dagegen keine Pflichtverletzungen.

Pressekonferenz zur Vorstellung des Gutachtens (wird auf Youtube weitergeleitet)


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